Heute, also gestern, war es endlich so weit. Ich machte mich auf in die City, um sie auch einmal am Tag zu sehen. Nachdem ich morgens ausgiebig im Reiseführer gelesen hatte, entschied ich mich der Einfachheit halber den Beginn an die Endhaltestelle meines Busses zu legen.
Der 376/7 kommt im circular quay an. Dieses ist, wie so ziemlich alles in der Region, einst ein Hafenviertel gewesen. Doch ehe ich zu viele am Ende noch falsche Dinge schreibe – ihr könnt sie auf den diversen Internetseiten selber nachlesen, schreibe ich lieber über meine Erlebnisse.
Am cq gehen heute die Fähren und Wassertaxen auf ihre Touren. Es herrscht reges treiben, mit einigen Schaustellern und Musikern. Nicht nur deswegen aber, sondern eher wohl auch weil, wie ich dann etwas später feststellte, das berühmte Opernhaus nur wenige 100 Meter nordöstlich liegt.
Doch da ich auf der Karte die Dimensionen etwas falsch gedeutet hatte und mein Ziel in der Gegenrichtung lag, bin ich nicht dort hingegangen. Mein weg führte mich an den Kais entlang, die alle nur von Fahrgästen betreten werden durften, mit einem Abstecher im customs Hous, einer Bibliothek in der man in der Eingangshalle Zeitungen aus aller Welt gemütlich in Sesseln lesen kann, in Richtung des Stadtviertels The Rocks.
An der “Hafenmauer” entlang hatte ich einen wunderbaren Blick auf die Oper und alle anderen Menschen, die sich an diesem wieder einmal sonnigen Tag, aufgemacht hatten, den Tag zu genießen. Rechts das Wasser, links das Stadtviertel und um mich herum Stimmen, fragende Touristen, ob ich ein Bild machen könnte und einfach nur super Wetter. Wind, nicht zu kalt und nicht zu warm. Da musste ich mich einfach in einen dieser Kreisliegebank (erstes Bild) setzen, Sonnenbrille auf und ein wenig mit geschlossenen Augen entspannen. Doch schnell prasselten die Eindrücke wieder auf mich ein. Eine Moeve, die nur einen Meter von mir entfernt vor der Oper Stand, ein französisches Paar (erstes Bild), das erst das Opernhaus (der Mann), dann von seinem Platz auf dem Poller seine Frau – zum Schluss seine Frau mit einer Miniknipse ihn photographierte. Schnell einen Apfel gegessen und weiter mit der Kamera bewaffnet nach Norden an der Ueberseebruecke entlang bis Höhe des Schiffsbugs (auf Google Maps, welches natürlich nicht da war), von wo aus ich die Brücke endlich richtig sehen konnte (zweites Bild). Von hier aus konnte man in Richtung Westen eine Haeuserzeile betrachten, die tatsächlich einen älteren und daher charmanten Eindruck hinterließ. Links davon ein weiteres Haus und nach Rechts anschließend ein Baum wie aus einem Buch mit eleganter Krone und dann das Hayet Hotel und Restaurant. In der eben genannten Haeuserzeile waren übrigens ebenfalls ausschließlich Reastaurants angesiedelt, die einen fabelhaften Eindruck machten. Dafür waren sie deutlich teurer, immer noch günstiger als in Deutschland. Aber da ich etwas sparen wollte, bin ich weiter um das Hotel zum Fuße der Brücke gelaufen, um die Pfeiler herum und parallel der Brücke wieder nach Süden, um am Ende der Gerorge St auf einen Markt zu treffen.
Auch wenn dieser sehr touristisch aussah, bin ich ihn entlanggegangen. Es war tatsächlich nicht zu kaufen da, nur lauter Krims den man im Grunde nicht braucht. An vielen Staenden stand ein Photographieren Verboten Schild, was mich aber nur peripher tangierte, da ich an den Menschen interessiert war. Allerdings gab es dort einen Stand der Brot verkaufte, welches einen guten Eindruck machte. Leider zu spät, da schon fast alles ausverkauft war, aber früh genug um ein französisches Baguette zu kaufen, welches tatsächlich echt französisch schmeckte, ging ich ein paar Meter zurück und setzte mich in das Loewenbraeu. Ja, ich bin zufällig an der obligatorischen Bavarian Beerstube vorbei gelaufen. Was mich umgestimmt hatte, mich dort hinein zu begeben, war der Durst auf ein gutes Bier und da sie das Original Muenchener Hofbraeu Bier hatten, war das zumindest einmal garantiert.
(unter den Bildern geht es weiter…)
Ich setzte mich an eine Bierbank am Eingang und schon bald, während ich ein paar Zeilen schrieb, gesellten sich zwei Paare dazu. Nach dem Essen bestellte ich ein weiteres Bier & Brezel und meine Banknachbarn machten wich wieder auf den Weg. Während dessen beobachtete ich ein anderes älteres Paar, welches sich angeregt auf Deutsch mit einem/zwei Angestellten Unterhielt. Sie setzten sich dann zu mir und nach kurzer Zeit kam einer der beiden Angestellten dazu. Nachdem ich meine Tarnung versuchte weiter aufrecht zu erhalten, musste ich dann doch bei einem der Witze mitlachen und so outete ich mich. Es stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter eigentlich der Chef war. Das Ehepaar seit vier Jahren in Sydney fuer ZF arbeitet – Schwaben aus der Nähe von Stuttgart. Nicht lange danach kam ein etwa 70-jähriges Paar hinzu, er mit Rauschebart und sie mit einer nicht zu übersehenden Deutschen Dogge. Sie sind seit Anfang der 60er in Australien und kamen aus Basel.
Der Hund war die Attraktion. Immer wieder kamen Gäste oder Vorbeilaufende und wollten sich mit ihm photographieren lassen – alles kein Problem für Hund und Herrchen.
So kam es dass ich zwar kein weiters Bier trank aber deutlich laenger (etwas zu lange) dort sass. Es wurde dunkel und somit war es leider mit dem Photographieren fast vorbei. Jedenfalls nicht mehr so einfach. Dennoch bin ich noch durch die Straßen gegangen, in denen sich nun die Ausgehfreudigen ein Stell-dich-ein gaben. Vertieft in meine Gedanken lief ich an zwei Mädels vorbei die sich angeregt unterhielten. Ich verstand die Sprache, war aber irritiert, da sie nicht in das jetzt passten. Erst als Sie schon 10 Meter hinter mir waren und ich mich ungläubig umschaute, merkte ich, dass sie Deutsch sprachen. Sehr komisch war das für mich.
Ich war schon auf dem Heimweg und suchte die Haltestelle. Und so kam es, dass ich relativ früh für einen Samstag Abend zu Hause ankam und mich um meinem Computer kümmern konnte.
Fussnote: Ich hatte Probleme Windows wieder zum Laufen zu bekommen, mit dem ich mein Bilder bearbeite und verwalte. Um 03:00 hatte ich es endlich geschafft. Am Sonntag habe ich die ersten Bilder mit Geodaten versehen und bin somit auf dem besten Wege, die Gallerie zu aktivieren. Das besondere Extra ist eine Kartenintegration, mit Hilfe der man sehen kann, wo die Belder gemacht wurden. Ihr koennt Euch also schon einmal freuen.


Sieht irgendwie nach Urlaub aus.
Wenn ich sage, dass hier Urlaub und Arbeit sehr dicht beieinander sind, dann stimmt das, ist aber auch ein wenig missverstaendlich. Die Lage und das Umfeld von Sydney bringt es einfach mit sich, sich auch im Urlaub zu fuehlen. Dennoch arbeiten die Menschen hier ebenfalls sehr hart. Sie wissen aber ebenfalls zu entspannen.
Auf der anderen Seite gibt es Leute, die hier nur so viel arbeiten, um Leben zu koennen und die gesamte uebrige Zeit im Wasser auf dem Surfbrett verbringen. Ich muss sagen, dass ich das auch fuer legitim halte.